Ewig jung
Gelungene Sitzung zum 77. Geburtstag des CCW
Man muss die Feste feiern, wie sie fallen – das dachte man beim Carnevalclub Wackernheim (CCW) in dieser Jubiläumskampagne. Also legte der CCW eine durchweg höchst gelungene Sitzung auf, die das närrische Publikum zu Jubelstürmen hinriss.
Den ersten Applaus bekam das rheinhessische Dreigestirn (Bäckerin Birgit Schlösser, Metzger Ingo Schlösser, Winzer Arno Zimmer), das der CCW zur Jubiläumskampagne aus der Taufe gehoben hatte. Danach gab Sitzungspräsident Mario Gierholz eine erste Kostprobe seiner kurzweiligen Moderation ab, bevor der Protokoller Carsten Jens als Weihnachtsmann auf die Bühne stieg. Dieser möchte natürlich auch „forever young“ bleiben, also ging er in die Ingelheimer Vinothek, um ein Piffchen zu genießen. Dort stieß er auf einen städtischen Schildbürgerstreich, denn mehrere Ämter blockieren den Ausschank:
„Es eine macht Hü, es andere Hott –
Und die Vinothek? Trocken, was en Spott!“
Applaus für den Protokoller, und ebenso für das Ballett Happy Hip Hopser, das eine furiose Choreographie auf‘s Parkett legte. Tanja Esch und Melanie Mitz hatten diese in gewohnter Qualität einstudiert. „Das erste Mal seit 15 Jahren auf der Bühne ohne Männer“, merkte Sitzungspräsi Mario an….
Eine tolle Geschichte aus „101 Dalmatiner“ und „Zurück in die Zukunft“ bot der CCW-Vierer. Wie kann Cruella de Vil (Bianca Klippel-Moskalczuk) davon abgebracht werden, armen Fellträgern dasselbe über die Ohren zu ziehen? Herbert Wolf und Felix Anspach wussten Rat, sodass schließlich auch das Fell von Alf (Arno Zimmer) gerettet war.
Lea Arnold berichtete von einem Abenteuer der besonderen Art, sie war nämlich als Au Pair-Queen in Kanada. Dort musste sie die ganze Gastgeber-Familie in allen Lebenslagen managen, ein irres Vergnügen für die vollbesetzte TSV-Halle.
Ein hinreißend schönes Zwiegespräch lieferten Yannic Hammer als Kaiserin Sissi und Carl Riemer als Mona Lisas Bruder. Dieser war von Einbrechern aus dem Keller des Pariser Louvres geraubt worden. Was nun? Sissi wusste Rat und nahm den teuren Fund, mit Hintergedanken natürlich, gleich unter ihre Fittiche.
Das Ballett Mariposa, trainiert von Katharina Keßler und Jessica Speth, kam in Glitzerkostümen und mit exotischen Rhythmen auf die närrische Bühne. Begeisterter Applaus war den Tänzerinnen sicher.
Levin McKenzie berichtete in seinem kurzweiligen Protokoll von der Weltpolitik, aber auch von seiner Kandidatur zum Deutschen Weinkönig. Er legte den Besuchern ans Herz: Kauft den Wein beim Winzer um die Ecke, da ist’s am besten. Das kam natürlich sehr gut an.
Eine starke Choreographie brachten die Schrögel auf die Bühne. Die Schwarzlicht-Optik des Balletts war auch in dieser Kampagne ein echter Hingucker beim CCW.
Sodann schlug die Stunde von Ingo Schlösser mit einem herrlichen Kokolores-Vortrag. Diesmal erzählte er vom Campingurlaub mit seiner Frau. Es gab Ravioli, klarer Fall, aber leider hatte man den Dosenöffner vergessen. Kein Problem für Ingo, er schlug sein Pfadfinder-Messer in die kochende Dose. Diese wurde zum Geschoss und richtete die übliche Verwüstung an….Die Besucher bogen sich vor Lachen.
Das CCW-Ballett tanzte durch die Geschichte: Von den 50er Jahren bis heute. Das war eine gelungene Zeitreise vom Rock’n’Roll über Disco bis zu aktuellen Rhythmen.
Bei den musikalischen All Stars war Fastnachter Mario Gierholz in Geldnöten. Dagobert Duck (Arno Zimmer) konnte mit einigen Millionen helfen und bekam ein rares Gut dafür: Eine CCW-Sitzungskarte! Michael Kempf-Hamm freute sich mit.
Das Männerballett verabschiedete seine Trainerin Sandra Keller nach 33 Jahren mit einem Streifzug durch Vorstellungen dieser langen Zeit. Für Sandra und ihre Jungs gab es Ovationen im Stehen; künftig wird Talisa Mißkampf die Männertruppe bändigen….
Mit dem Finale und „Ole Fiesta“ schickte der CCW samt Kapellmeister Marco Spath seine restlos begeisterten Gäste nach Hause.

